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13. Forum fuer Krankenhaussoftware in
Flensburg in der neuen Campushalle der
FH-Flensburg mit neuem Aussteller und
Besucherrekord.
Eroeffnungsreden durch den Rektor der
FH_Flensburg und den Geschaeftsleiter der
Landeskrankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (siehe KGSH
).
Herr Lohmann
LBK-Hamburg
"Zukunftsmarkt Gesundheit"
Herr Lohmann betont zu Beginn seiner
Rede, dass das Gesundheitswesen seit gut 100 Jahren das
stabilste Wirtschaftssystem darstellt und erst seit ca. 10
Jahren zaghaften Veraenderungen unterworfen ist. Die
steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen bei
sinkender solidarischer Finanzkraft fuehrt jedoch
unweigerlich zu mehr Wettbewerb und beendet das
"einheitlich und gemeinsame" Denken.
Moegliche Auswege kennzeichnet er zum Ersten
mit veringertem Leistungsangebot - Grund- und
Wahlleistungen - was nach seiner Ueberzeugung in gewissen
Umfang in Deutschland zu spueren sein wird. Zum Zweiten in
einer Produktivitaetssteigerung in Form von international
agierenden Gesundheitsdienstleistern. "Moderne
Gesundheitsdienstleister verlassen die gesetzlich geschuetzten
Anbieterreservate und stellen sich dem Qualitaets- und
Preiswettbewerb." Herr Lohmann praeveriert als
grundlegende Veraenderungsprozesse die Konzentration auf
die Gesundheitsdienstleistung im Krankenhaus - weniger
Standorte oder weniger Leistung am Standort - da die
Kliniken den Wettbewerb nur im Dienstleistungsbereich
"Gesundheit" gewinnen koennen. Er ermutigt die Haeuser
gemeinsam mit den Selbsverwaltungspartnern neue Wege zu
gehen und verweist auf die Vereinbarung zwischen dem LBK
und der DAK (siehe MedInfoWeb News
vom 04.01.2002 und KU 2/2002). Abschliessend verweist der
Chef des LBK nochmals darauf hin, dass nur Krankenhaeuser
, die jetzt mit den Veraenderungsprozessen Schritt halten in
Zukunft eine Chance auf dem Markt haben. Die Aquirierung
von Privatkapital sei dabei ebenso unerlaesslich, wie die
Ausrichtung auf international agierende
Gesundheitsunternehmen.
Frau Dr. Bresslein
Saarbruecken
"Sind die Haeuser nach einer
Teilnahme an einem bundesweitem Benchmarkprojekt gewappnet
fuer die DRGs ?
Es fehlen die deutschen Fallgruppen und
Relativgewichte, es fehlt das Wissen um die Kosten der
einzelnen DRGs. Am IMC-Projekt zeigt sie folgende Maengel
auf:
* Verwendung australischer CW
* starke Verfaelschung durch Belegabteilungen
(Korrekturfaktor unzureichend gewählt)
* ungenaue LKA-Daten (Patienten aus dem Jahr 2000 und
LKA-Budget teilweise aus 1999/1998)
* scheinbares DRG-Budget auf der Grundlage von
vereinbarten und nicht tatsaechlichen Erloesen
* fehlende Kostenbetrachtung
* fehlende Qualitaetsbetrachtung
Trotzdem sieht sie die Teilnahme am
Projekt als insgesamt vorteilhaft fuer die Vorbereitung
auf die DRGs. Die Haeuser konnten viel lernen ueber den
Stand der Kodierqualitaet und Dokumentationsqualitaet. Die
Ergebnisse erlauben erstmalig einen Einblick auf die
klinische Schweregrade und letzlich auf das
Leistungsportfolio im eigenen Haus. Mittels der Benchmarergebnisse
koennen Analysen zu "Fehlbelegungspotential",
"Zuweiser" und "Verlegungspotential"
gemacht werden.
Fazit : Nein
Die Häuser sind unzureichend
vorbereitet. Der Einstieg in ein Optionsmodel mit (auch
nur teilweise) australischen Gewichten und Fallgruppen ist
nicht sinnvoll. Erst nach Festlegung deutscher Fallgruppen
und Kostengewichte und die Kenntnisse ueber die eigen
Kosten ist ein frueher Einstieg sinnvoll und wichtig.
Herr Dr. J. Scherlitz
Krankenhaus Reinbeck
"Qualitaet der Kodierung"
Herr Dr. Scherlitz, der sich als
ehemaliger Chirurg mittlerweile selbst als
"Verwaltungs-Arzt" bezeichnet, gibt in seinem
Vortrag einen Ueberblick ueber die Moeglich- und
Notwendigkeiten eines "automatisierten"
Medizin-Controllings und ruft damit die Hersteller von
Krankenhausinformationssystemen auf, die dafuer
notwendigen Vorausetzungen zu schaffen. Als
Grundvoraussetzung fuer Plausibilitaetspruefungen sieht er
die zeitliche Begrenzung bei der Kodierung von Diagnosen
im KIS. Mit Implementierung einer datumsbegrenzten Eingabe
von Diagnoseschluesseln waere das Medizincontrolling in
der Lage den "Deutschen Kodierrichtlinien"
gerechte Plausibilitaetskontrollen zu automatisieren.
Desweiteren empfiehlt Herr Scherlitz den
Haeusern ein DRG-Controlling unter folgenden
Fragestellungen:
· Vorhandensein der DRG 960Z - darf es in keinem Haus
geben
· Suche nach DRGs, die nicht ins Spektrum der angebotenen
Leistungen des Hauses passen
· Hanrwegsinfekt verschluesselt aber trotz vorhandener
Mikrobiologie kein Schlüssel (B...) verschluesselt (erloesrelevant)
· Hauptdiagnose "K37" - darf es nicht
geben
· Kontrolle ob alle Patienten die Transfussionen erhalten
haben auch eine Anaemie verschluesselt wurde (erloesrelevant)
· Hauptdiagnose E16 und Nebendiagnosen E10-E14 -
"Bei Diabetikern ist ein Kode aus E16.- nicht als
Hauptdiagnose zu verschluesseln."(DKR 401a) (erloesrelevant)
· Suche nach E86 bei gleichzeitiger Verschluesselung von
Enteritiden - nicht zulaessig (erloesrelevant)
· u.v.a.m.
Letzlich weist Herr Scherlitz noch auf
die Moeglichkeiten einer Validitaetskontrolle der eigenen
Daten mit den jaehrlich in Australien unter: http://www.health.gov.au/casemix/costing/fc_r4.htm
publizierten Daten hin. So z.B. der relative Anteil von
DRG B70A Patienten mit Dysphagien, Dysartrien,
Harninkontinenz u.a.m.
Der Vortrag wird von Hernn Dr. Scherlitz
in Kuerze im Internet zum Download bereitstehen. Wir
werden rechtzeitig darauf verweisen. Ausserdem freut sich
Herr Dr. Scherlitz ueber eine direkte Kontaktaufnahe unter
seiner Email : jan.scherlitz@krankenhaus-reinbeck.de
Herr Prof. Dr. Teichmann
FH-Flensburg
"Krankenhaus-Controlling im
DRG-Zeitalter" (»ppt)
Herr
Prof. Teichmann hebt in seiner im eigenen Art erneut den
Zeigefinger, um seine persoenliche Meinung zum
Taetigkeitsspektrum des Controllers im Krankhausbereich
darzulegen.
Ausgehend von den 3 grundlegenden Inhalten eines
DRG-Systems:
1. leistungsgerechte Verguetung
2. pauschale Verguetung
3. Wahlmoeglichkeiten
zeichnet er den derzeitigen Stand im deutschen
Krankenhauscontrolling auf.
Haupttaetigkeitsschwerpunkt
der letzten eineinhalb Jahre waren die Qualitaet der
Dokumentation und Kodierung als unmittelbares Bindeglied
von Leistung und Verguetung. Bemuehungen des Controllings
nach dem "angemessenen" Erloes sind durchaus
angebracht. Komplementiert wir die erloesseitige
Betrachtung mit einem Berichtswesen fuer das mittlerweile
zahlreiche EDV-Tools zur Verfuegung stehen.
Nach
Meinung von Herrn Prof. Teichmann wird somit die eine
Seite der Medaille gut abgedeckt jedoch die originaeren
Aufgabengebiete des Krankenhauscontrollings
vernachlaessigt. Fuer das Controlling stellen sich
zukuenftig zwei wesentliche Fragen die es zu beantworten
gilt:
1. Welche Kosten verursachen pauschal verguetete
Leistungen ?
2. Sind mit Einzelfallbetrachtungen die grundlegenden
Aufgaben eines Krankenhauscontrollings erfuellt ?
Die
Beantwortung dieser Fragen muendet in der Erstellung
kostenorientierter Behandlungspfade in deren Ergebnissen
eine Standardiesierung und Qualitaetssteigerung,
die
Einbeziehung aller Leistungsstellen, eine gute
Planungsgrundlage und der Ausgangspunkt fuer eine eine
Prozesskostenrechnung zu erwarten sind. Letztere sollte
nach seiner Auffassung lediglich 1-2 mal pro Jahr und
nicht routinemaesig durchgeführt werden. Dabei ist je
nach Groesse des Hauses mit einer erheblichen Vorarbeit
zur Erstellung eines Prozesskostenmodells zu rechnen.
Als
einen weitereren wichtigen Taetigkeitsschwerpunkt benennt
er die "Zielkostenrechnung"mit der umgekehrte
Fragestellung: "Deckt der vorgegebene Preis unsere
Kosten?".
Mit
einem Verweis auf den Gesetzespassus "Die
Vertragsparteien ... koennen im Einvernehmen ...
Aenderungen der Leistungsstrukturen und des
Versorgungsauftrages vereinbaren" hebt er warnend den
Finger vor der Unkenntnis gaengiger Krankenkassenpraxis.
In
der Aufdeckung von Risikopotential mittels Umfeld- und
Krankenhausanalysen, der Erstellung eines
Staerke-Schwaechen-Portfolio werden die wesentlichen
Aufgaben des Krankenhauscontrollings im strategischen
Management umschrieben.
Dies
bedarf im organisatorischen Aufbau eine
multiproffesionelle Besetzung aus Ökonomie, Pflege und
Medizin.
Fuer
die Zukunft fasst Herr Prof. Teichmann die Aufgaben des
Krankenhauscontrollings in 3 Bloecken zusammen:
1. Aufbereitung entscheidungsrelevanter Informationen
2. Uebernahme von Aufgaben zur Strategieentwicklung
3. Personalkostenentrwicklung
Die
Vortragsfolien
»ppt
Herr Dr. P. Steiner
DKG
"Stand der G-DRG Umsetzung in
der Selbstverwaltung"
Der Geschaeftsfuerer (Dezernat 2) der
DKG beginnt seinen Vortrag mit einem weitreichenden
Ueberblick ueber die bisherigen Aktivitaeten der
Selbsverwaltung bei der Umsetzung der G-DRG unter einem
gesetzlich vorgegebenen engen Zeitrahmen. Das gegenueber
den Selbsverwaltungspartnern oft vorgebrachte Kompliment
einer "traegen Umsetzungsweise" gibt Herr Dr.
Steiner im Rueckblick auf die gescheiterte
Bundesratsentscheidung gern an die Politik zurueck. Er
verweist darauf, das aeusserst zeitintensive
Vorbereitungen (OPS 2.0/2.1, Kodierrichlinien,
Kalkulationshandbuch, Pretest, ...) bereits umgesetzt
werden konnten, die wesentlichen Aufgaben jedoch noch vor
uns liegen. Im weiteren Vortrag stellt Herr Dr. Steiner
die Ergebnisse des Pretest (ZIP : g-drg)
und die wesentlichen Anpassungen des Kalkulationshandbuches
2.0 (PDF)
vor.
Fuer die Erstkalkulation hatten zunaechst 440
Krankenhaeuser ihr Interesse angemeldet, 268 haben
letzlich den Vertrag fristgerecht unterzeichnet. Die
Datenlieferung und Auswertung erfolgt in zwei Abschnitten.
Erster Zeitraum Januar bis Maerz respektive April (Termin:
Juni/Juli) und Januar bis Dezember (Termin Maerz 2003).
Die Verteilung der teilnehmenden Haeuser ueber die
Bundeslaender zeigt ein sehr inhomogenes Bild (siehe Liste
der teilnehmenden Haeuser - g-drg). Zahlreiche Bundeslaender sind
nicht repraesentativ vertreten, was die Kalkulation
zunaechst erneut erschwert. Fuer die Gruppe der
erstkalkulierenden KH wurde ein Betreuungskonzept
erstellt. Darin eingebunden sind das InEK, DKG/GKV, eine
Steurungsgruppe sowie die Landeskrankenhausgesellschaften
und Berater. Zur Unterstuetzung sind derzeit 5
Regionalkonferenzen geplant.
Hinsichtlich des InEK bedauert Herr Dr. Steiner die schleppende
Gruendungsphase und hebt insbesondere die geringe
Nachfrage nach vorhandenen Stellenangeboten hervor.
Die Auftraege zur Erstellung der Mappingtabellen ist
ebenso in der Vergabephase wie das DRG-Handuch.
Als besonders hinderlich bei der Einhaltung des ohnehin
kaum akzeptablen Zeitplan erweist sich die Notwendigkeit
einer europaweiten Ausschreibung fuer die Datenstelle. Da
der Zeitrahmen zur Erstellung deutscher Kostengewichte
somit perse gefaehrdet sei wird derzeit nach einer
Interimsloesung gesucht, die im schlechtesten Fall
wiederum europaweit ausgeschrieben werden muss.
Trotz der offensichtlichen terminlichen Schwierigkeiten
haelt Herr Dr. Steiner ein Optionsmodell mit australischen
Fallgruppen und deutschen Kostengewichten ohne Adaptation
unter Beruecksichtigung der ausstehenden Ergebnissen im
Vermittlungsausschuss fuer moeglich.
M. Thieme
FA fuer Anaesthesiologie,
Med. Informatik
Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar gGmbH
MedInfoWeb
www.medinfoweb.de
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