Letzte Änderung am 09.9.2010 | | | | | |
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90 Prozent der Ärzte wollen kürzere Arbeitszeiten |
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26.01.2006 , Marburger Bund |
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Im Sinne des Gesundheitsschutzes für Ärzte und Patienten fordert der 1.
Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund (MB), Dr. Frank Ulrich
Montgomery, eine deutliche Reduzierung der Arbeitszeiten von
Krankenhausärzten. „Es ist absolut fahrlässig, wenn Klinikarbeitgeber
Ärzte anhalten, 60, 70 oder 80 Stunden in der Woche zu arbeiten.“ In
einer Umfrage des Marburger Bundes unter 1.400 Krankenhausärzten
sprechen sich 90 Prozent der Mediziner für eine Begrenzung der
wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 48 Stunden aus.
Den von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) angegebenen Wunsch
von Ärzten, Bereitschaftsdienste nicht abzuschaffen, bezeichnete
Montgomery als Ergebnis einer unbrauchbaren Suggestivfrage. Wer Ärzte
frage, ob sie erhebliche Einkommenseinbußen durch den Wegfall von
Bereitschaftsdiensten akzeptieren würden, der ist nicht an einer
wirklichen Meinungsanalyse interessiert. Es sei unlauter, wenn Ärzte
nur durch die Ableistung unerträglich vieler Bereitschaftsdienste auf
ein erträgliches Gehalt kommen.
„Grundübel in den Krankenhäusern ist das Ausbeutungssystem, dass die
Arbeitgeber mit einer grottenschlechten Grundvergütung und einer
systematischen Nichtbezahlung geleisteter Mehrarbeit betreiben“, so
Montgomery. In der MB-Umfrage geben 81 Prozent der Ärzte an, dass die
geforderte Mehrarbeit von den Arbeitgebern gar nicht vergütet werde.
Würde man Medizinern eine ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit
anständige Bezahlung garantieren, wäre auch der Zwang zu massenhaften
Bereitschaftsdiensten und Überstunden nicht gegeben. Neben einer
Begrenzung der Arbeitszeiten und einer deutlichen Erhöhung der
Grundvergütung fordert der MB auch die Einführung elektronischer
Zeiterfassungssysteme, die die DKG immer noch konsequent ablehne.
Montgomery forderte die DKG auf, ihre ärztefeindliche Grundhaltung
aufzugeben und alles daran zu setzen, die Ausbeutung der Klinikärzte
durch überlange Arbeitszeiten und miserable Grundvergütung zu beenden.
Diese Faktoren seien nämlich Hauptursachen für den dramatischen
Ärztemangel in deutschen Krankenhäusern.
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Link: Quelle
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